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Blogbeitrag

Ein emotionales Tief überwinden — Wege aus der Krise

Ein emotionales Tief überwinden auch in Zeiten von Corona: Wege aus der Krise, nach der Trennung oder aus der Einsamkeit


Emotionale Herausforderungen gab es in den letzten Jahren wahrlich genug: Aufgrund von Corona durften die allermeisten von uns unser Leben neu betrachten, den Status Quo hinterfragen, Veränderungen bewältigen oder selbst anstoßen. Auch andere kollektive Krisen häufen sich und machen uns deutlich, dass unser Leben bei aller Schönheit auch vergänglich ist – und dass wir nicht alles kontrollieren können.


Nicht immer fällt es leicht, solche Herausforderungen sofort anzunehmen. Ich habe selbst einen Burnout erlebt und auch körperlich immer wieder herausfordernde Situationen überwunden. Menschen, aber auch Bücher, Seminare oder andere Hinweise, die in mein Leben kamen, haben mich dabei unterstützt. Das Wichtigste war dabei jedoch immer, dass ich mich selbst ermächtigt habe, Verantwortung zu übernehmen und wieder aktiv in die Gestaltung meines Lebens zu gehen. Dieser Artikel zeigt dir, wie auch du dein emotionales Tief überwinden kannst und deinen Blick achtsam und liebevoll auf die Bereiche deines Lebens lenkst, die dir dabei helfen können.


Veränderung – unser ständiger Wegbegleiter

Etwa alle sieben Jahre durchleben wir Menschen einen Shift in unserem Leben. Das stellte schon Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, fest, und du kannst es auch in der Natur ganz wunderbar beobachten: Alles wandelt sich dort, und nichts ist beständig. Ein Same, einmal gesät, benötigt seine Zeit, bis er aufgeht – und das Vertrauen und die Ruhe, damit er ungestört wachsen kann. Dieses Vertrauen, diese Hingabe und diese Demut gegenüber dem Leben dürfen wir von der Natur lernen und akzeptieren, dass auch wir selbst uns wandeln und Zeit brauchen, um uns neu zu orientieren oder zu heilen.


Auch Menschen, die sich mit der unserer Psyche oder beispielsweise mit Biografie-Arbeit beschäftigen, erkennen diesen naturgegebenen Rhythmus. Es ist also erst einmal ganz normal, dass wir uns verändern – oder dass das, was uns zuvor erfüllt hat, uns plötzlich nicht mehr glücklich macht. Nicht immer führen solche Veränderungen dazu, dass wir zwingend ein emotionales Tief überwinden müssen. Oft öffnen wir uns der Veränderung auch freudig und freiwillig, geben uns hin und genießen das Neue, das in unser Leben kommen darf.



Manchmal sind es jedoch so starke Auslöser von außen, die eine Veränderung erzwingen, dass diese uns förmlich aus der Bahn werfen. Das kann, wie oben erwähnt, auch eine kollektive Krise sein. Dann ist es wichtig, nicht gegen die Realität zu kämpfen, sondern die Situation bewusst anzunehmen und den Blick auf das zu lenken, was wir selbst tun können. Es kann sehr entlastend sein, sich in solchen Krisen mit gleichgesinnten Menschen zu umgeben, um sich weniger allein zu fühlen. Erinnere dich jedoch, dass du dennoch immer Schöpferin deines Lebens bist, auch wenn du dich im Moment der Situation ausgeliefert fühlst.


Ein seelisches Tief überwinden dank achtsamer Selbstannahme

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass wir auch heute auf Stress noch so reagieren, wie es einst unserem Überleben gedient hat: Damals bestand Stress für die Menschen meist aus sehr realen Bedrohungen wie Angriffen durch wilde Tiere oder anhaltendes Unwetter. Die Überlebensmechanismen, die unser Körper automatisch in solchen Situationen einsetzt, waren enorm wichtig: Ein Adrenalinschub versorgte unsere Vorfahren mit der Energie, kraftvoll kämpfen oder schnell fliehen zu können, oder sie erstarrten einfach und machten sich klein in der Hoffnung, vom Feind übersehen zu werden.


Tipp: Solche Reaktionen sind in Stresssituationen völlig normal. Bei Dauerstress ist unser Körper jedoch nicht mehr in der Lage, angemessen zu handeln: Wir reagieren nur noch und es fällt uns schwer, Lösungsstrategien zu finden. Das liegt auch daran, dass die Verbindung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte beeinträchtigt ist. Eine kleine Übung aus der Edu-Kinestetik (Brain Gym®) nach Paul Dennison kann dir helfen, diese Verbindung wiederherzustellen:



Um dieses seelische Tief überwinden zu können, ist es sehr wichtig, dass du gut für dich selbst sorgst. Das beginnt schon mit deinen Gedanken: Es ist in Ordnung, dass du diese Empfindungen hast. Du reagierst angemessen auf eine herausfordernde Situation. Dir einzugestehen, dass du dich überfordert, hilflos oder allein fühlst, ist ein essenzieller erster Schritt raus aus dem Tief. Allein durch einen liebevollen, wertschätzenden Umgang mit dir selbst kannst du schon viel verändern.


Natürlich sagt sich das leicht und fällt in der tatsächlichen Situation doch so schwer. Bitte zögere nicht, dir Hilfe zu holen. Umgib dich nach Möglichkeit mit Menschen, die dir zuhören, die Verständnis haben und bei denen du sein kannst, wie du bist. Wenn das nicht genügt, solltest du unbedingt professionelle Hilfe in Betracht ziehen. Schon einige wenige Coaching-Stunden können dir helfen, wieder Kraft und Hoffnung zu schöpfen und dich wieder ermächtigt zu fühlen, dein Leben selbst zu gestalten, anstatt von ihm gelebt zu werden. Dann stehen dir weitere Möglichkeiten offen, die du aktiv nutzen kannst.


Selbst aktiv werden, um ein psychisches Tief zu überwinden: konkrete Strategien

Um zu begreifen, was Selbstfürsorge für dich bedeutet, kannst du dich fragen, wie du mit einem Kind oder auch einer guten Freundin umgehen würdest, das oder die in deiner aktuellen Situation steckt. Was würdest du tun, was sagen? Wie würdest du diese Person berühren? Wie würdest du ihr helfen, den Blick auf das zu lenken, was im Leben schön und wertvoll ist? In meinem Artikel Endlich wieder glücklich werden findest du zahlreiche Anregungen, die dir helfen, aus der bereits vorhandenen Fülle deines Lebens zu schöpfen.


Hier findest du außerdem noch einige konkrete Strategien, die dir sofort helfen können, deine Stimmung und damit auch deine Schwingung zu verändern. Sie werden wahrscheinlich nicht allein ausreichend sein, um in kurzer Zeit ein echtes emotionales Tief zu überwinden. Sie dienen jedoch dazu, Raum für neue Energien zu schaffen, damit du wieder offen für die Geschenke des Lebens sein kannst. Diese wiederum bewirken, dass das Gesetz der Anziehung dich sanft unterstützen kann: Was du aussendest, ziehst du automatisch auch in dein Leben. Deswegen ist es eine sehr hilfreiche Übung, bereits heute Dankbarkeit zu praktizieren für die Dinge, die du in Zukunft erfahren möchtest.


Anfangs mögen es nur winzige Momente sein, in denen du kurz Erleichterung verspürst, deine Sorgen vergisst oder einmal entspannt durchatmest. Auch wenn es dir am Anfang nicht besonders erscheint: Diese Momente sind bereits große Schritte auf dem Weg, dein emotionales Tief zu überwinden. Es gelingt dir wieder, dich auf etwas anderes zu konzentrieren, zu lachen oder Freude zu verspüren, auch wenn die Augenblicke noch nicht von Dauer sind. Entdecke, wie du mehr solcher entlastenden Gefühle in dein Leben lassen kannst – zum Beispiel, indem du dich mit der Natur verbindest, ein schönes Gespräch mit einer Freundin führst, dir bewusst erlaubst, an etwas anderes zu denken. Jetzt kann deine Seele aufatmen. Dein Verlust wird dadurch nicht geringer, aber du kannst neue Kraft und Hoffnung schöpfen. Auch die folgenden Strategien helfen dir, auf den drei Ebenen Körper, Geist und Seele eine Veränderung zu bewirken:

  • deinen Körper verwöhnen: Nimm dir Zeit – viel Zeit –, deinen Körper liebevoll zu berühren und zu streicheln, zum Beispiel beim Eincremen, beim Duschen, aber auch einfach vor dem Einschlafen oder in sinnlicher Hinsicht. Genieße warme Bäder, lange Spaziergänge in der Natur und gesundes Essen, das dir hilft, dich wach und kraftvoll zu fühlen.

  • deinen Geist stärken: Lass dich inspirieren, zum Beispiel von den Biografien anderer Menschen, die ebenfalls große Krisen überwunden haben. Eine meiner Lieblingsbiografien ist die von Nelson Mandela: In der ausweglosesten Situation seines Lebens – scheinbar ohne jeglichen Handlungsspielraum – hat er sich immer wieder neu ausgerichtet auf das, was er in sein Leben ziehen wollte. Sein Vertrauen auf eine größere Kraft, die uns im Leben unterstützt, war für mich eine große Inspiration. Als junge Mutter habe ich außerdem Erfahrungsberichte anderer Mütter gelesen. Diese haben mir geholfen, mich weniger allein und mehr verbunden zu fühlen. Außerdem zeigen solche Berichte: Egal wo du gerade stehst – es kann besser werden.

  • deiner Seele Raum geben: Die Verbundenheit mit deiner Seelenführung wieder zu spüren, gibt dir Kraft und Freude für neue Wege. Erlaube dir zu spüren, dass du immer in das große Ganze eingebettet bist: Eine tragende Säule in deinem Leben ist weggebrochen, doch es gibt noch mehr Säulen, die dich stärken. Um deinen Sinn dafür zu schärfen, kannst du deiner Seele zum Beispiel in stiller Meditation begegnen oder ein Journal nutzen, um deiner wachsenden Lebensvision Platz zu geben. Oder du beginnst deinen Morgen in stiller Dankbarkeit für das, was gerade ist – lenke deinen Blick auf die unscheinbaren, kleinen Dinge. Auch emotionale Musik, Kunst oder bewegende Gedichte können dir helfen, dich wieder stärker mit dir selbst verbunden zu fühlen.

Umgang mit einem psychischen Tief nach einer Trennung, einem Verlust oder einer beruflichen Krise

Auch wenn es sich im Moment vielleicht so anfühlt: Es ist selten so, dass alle Lebensbereiche von einem emotionalen Tief betroffen sind. Unser Leben besteht aus vielen Facetten, zum Beispiel unserer Familie, unserer Arbeit, aus Partnerschaft, Freundschaften, Hobbys und Interessen, Spiritualität, Werten und Sinn, Geld, Gesundheit und mehr. Bei einem emotionalen Tief nach einer Trennung wirst du dich möglicherweise im Lebensbereich Partnerschaft tief erschüttert fühlen – nach einer Kündigung im Bereich Arbeit oder bei einer Krankheit im Bereich Gesundheit.


Wichtig ist es nun, den Blick bewusst auf die Fülle zu lenken, die in anderen Lebensbereichen vorhanden ist. Vielleicht hast du ein paar sehr gute Freunde, auf die du dich gerade jetzt besonders stützen kannst. Vielleicht kannst du dir einen Wunsch nach Abenteuer erfüllen und dir eine Auszeit in Form einer Reise nehmen. Vielleicht kannst du dein Sinnempfinden stärken, indem du etwas Gutes für andere Menschen tust und dich dadurch selbst besser fühlst. Lass uns dazu ein paar konkrete Beispiele anschauen:

  • Einsamkeit überwinden: Wenn du dich einsam fühlst, insbesondere nach einem Todesfall oder einer Trennung, ist es umso wichtiger, dass du Beziehungen in anderen Lebensbereichen intensivierst und dich dort stärken lässt: Wer kann dir zuhören, für dich da sein? Wem kannst du vielleicht auch selbst etwas Gutes tun und dich dadurch verbunden fühlen?

  • sich in einer gesundheitlichen Krise stark fühlen: Je schwächer du dich in deinem Körper fühlst, desto wichtiger wird Selbstfürsorge. Es gibt viele Wege, die Schwingung deines Körpers aktiv zu erhöhen, zum Beispiel indem du vitales Essen zu dir nimmst, viel Wasser trinkst, dich mit Natur umgibst oder dich bewegst. Achte auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und anderen Nährstoffen. Zusätzlich kannst du aber auch den Fokus darauf lenken, in welchen Lebensbereichen du dich trotz deiner aktuellen Verfassung kraftvoll und lebendig