Pinselstrich breit 4.png

Blogbeitrag

Vergebung – wie geht das? 5 Schritte zum direkten Umsetzen

Bestimmt hast du schon einmal erlebt, wie es sich anfühlt, wenn du einer anderen Person nicht vergeben möchtest: Der Ärger, die Wut und vielleicht auch die Scham sitzen in uns wie eine tickende Zeitbombe. Diese Gefühle haben sich in jede Zelle eingenistet, denn wir haben sie tief verinnerlicht, und je mehr wir versuchen sie wegzudrücken, desto stärker machen sie sich bemerkbar. Häufig spüren wir sie sogar körperlich, als eine Enge, vielleicht wie ein Stein im Magen, eine Schwere oder Kälte, die uns belastet – schließlich sind wir Wesen aus Körper, Geist und Seele, und so hat unser Körper gar keine andere Wahl, als auszudrücken, was unsere Seele belastet. Ein Weg, aus diesen Gefühlen auszusteigen, ist Vergebung. Aber wie geht Vergebung – bist du nicht zu Recht verärgert oder verletzt?


Solange wir nicht verzeihen, sind wir ohnmächtig – ohne Macht – unseren eigenen Gefühlen ausgeliefert. Umgekehrt gibt uns Vergebung die Möglichkeit, selbst wieder kraftvoll die Verantwortung für uns selbst, unsere Gefühle und unser Leben zu übernehmen: Vergebung macht alles in uns leicht und weit. Sie befreit uns, lässt uns atmen und uns wieder verbunden fühlen. Diese innere Haltung formt dann auch unser Außen, wirkt sich auf unser gesamtes Leben aus.


Es ist für dich jederzeit möglich, dir selbst das Geschenk der Vergebung zu machen. Wie genau Vergebung geht, das erfährst du in diesem Artikel.


Was ist Vergebung überhaupt?

Vielen Menschen fällt es schwer zu vergeben. Vielleicht hast du auch schon einmal gedacht: „Das werde ich niemals verzeihen!“ oder „Diese Person hat es gar nicht verdient, dass ich ihr vergebe!“ Dahinter steckt jedoch ein großes Missverständnis, das dich davon abhält, Frieden zu schließen, dich wieder frei zu fühlen und selbst über dein Leben (und auch deine Gefühle) zu bestimmen. Wenn du dich bewusst dafür entscheidest, jemandem zu vergeben, geht es nämlich vorrangig gar nicht um die andere Person – sondern um dich.

Vergebung ist ein Akt der Selbstliebe. Sie ist die Entscheidung dafür, dass du dich frei machst von negativen Gedanken und Gefühlen, die dich energetisch in schlechten Erfahrungen deiner Vergangenheit gefangen halten. Solange du damit beschäftigt bist, jemand anderem die Schuld zu geben für etwas, das passiert ist, so lange bist du dieser Situation noch immer ausgeliefert – auch wenn sie schon seit Langem vorbei ist. Du gibst einem anderen Menschen (der die Situation vielleicht schon längst vergessen hat) Macht über dein Leben und dein Glück. Auf diese Weise schadest du jedoch vor allem dir selbst: Du sabotierst dich selbst und schneidest dich immer wieder von deinem inneren Frieden ab. Entscheidest du dich hingegen für Vergebung, trittst du wieder selbstermächtigt in deine Schöpferrolle. Du beschließt, deiner Erfahrung keine Kontrolle mehr über dein Leben zu geben.


Achtung: Zu vergeben heißt nicht zu leugnen!


Wenn du eine leidvolle Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine traumatisierende Verletzung durch körperliche oder seelische Gewalt erlebt hast, geht es keinesfalls darum, diese schönzureden oder so zu tun, als wäre die Situation nie passiert. Jedoch: Sie ist vorbei. Es liegt jetzt an dir, wie du heute darüber denken, darüber fühlen und danach handeln willst. Es ist ein wunderbarer Shift in deinen Gedanken, dein Erlebnis nicht mehr als Belastung zu betrachten, sondern es als Wachstumsprozess anzuerkennen und zu nutzen, um dich auf Liebe, Frieden und Verbundenheit ausrichten. Nach dem Gesetz der Anziehung ziehst du dann genau diese Dinge auch in immer größerem Umfang in dein Leben, denn deine innere Haltung und das, was du im Außen erlebst, bedingen einander.


Wie geht das mit der Vergebung? Diese 5 Schritte helfen dir

Wenn du noch nicht bewusst mit Vergebung gearbeitet hast, spürst du möglicherweise einen Widerstand in dir oder weißt einfach nicht, wie es dir gelingen kann, die Beteiligung einer anderen Person an deiner Erfahrung zu verzeihen. Dann kannst du die folgenden fünf Schritte als einen vollständigen Prozess nutzen. Auch die Begleitung im medialen Coaching kann für Vergebungsarbeit sehr hilfreich sein.




Schritt 1: Triff eine bewusste Entscheidung

Dieser erste Schritt ist essenziell, wenn du wirklich von Herzen vergeben möchtest: Du musst dich bewusst dafür entscheiden. Das fällt nicht immer leicht, denn wenn wir leidvolle Erfahrungen machen, bringen diese eine Verkettung starker Gefühle mit sich: Angst, Hilflosigkeit, Traurigkeit, Wut. Diese Gefühle müssen einen Ausdruck finden, denn sie wollen gespürt werden. Vielleicht möchtest du sie lieber wegschieben und unterdrücken, und das ist eine völlig normale Reaktion. Jedoch können sich diese Gefühle nicht lösen, solange du ihnen keinen Raum gibst. Oft empfinden wir es auch als leichteren Weg, unsere Gefühle gegen die Person zu richten, die wir als Täter sehen (oder die auch faktisch der Täter war): Sie ist weit entfernt und wir können auf sichere Weise unsere Wut, unsere Traurigkeit auf diese Person projizieren. Manchmal wollen wir auch bewusst die andere Person verletzen, um Genugtuung zu empfinden.


In den meisten Fällen weiß die andere Person jedoch gar nichts von dieser Schuldzuweisung. Vielleicht ist die Situation Jahre her oder ihr seid gar nicht mehr im Kontakt. Möglicherweise lebt die andere Person bereits ein glückliches, erfülltes Leben – während du selbst deine Aufmerksamkeit immer wieder auf dein Leid und deine Verletzungen richtest. Damit fügst du dir also zusätzlich zu der Verletzung, die du erfahren hast, noch weiteren Schaden zu. Darunter leidest am Ende nur du selbst! Vielleicht kannst jetzt du erkennen, wie essenziell wichtig es ist, dass du lernst, zu vergeben. Und zwar nur für dich.