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Blogbeitrag

Glaubenssätze erkennen und verändern: Wähle, was du glaubst!

Wenn du es erlebst, dass bestimmte Situationen in deinem Leben sich immer zu wiederholen scheinen – zum Beispiel in deiner Partnerschaft oder im Job –, dann könnte es sein, dass unbewusste Glaubenssätze dich in diesen Momenten steuern. Diese unbewussten Überzeugungen haben einen kraftvollen Einfluss auf dein Leben – häufig, ohne dass du etwas davon bemerkst. Es ist hilfreich, insbesondere negative Glaubenssätze zu erkennen, damit diese dich nicht länger „steuern“ können. Natürlich schauen wir uns in diesem Artikel auch an, wie du deine einmal erkannten Glaubenssätze verändern kannst – und so wieder deinen Platz als bewusst handelnde Schöpferin deines Lebens einnimmst.


Was sind Glaubenssätze überhaupt?


Glaubenssätze sind Überzeugungen, die wir als wahr angenommen haben – und zwar häufig von anderen Menschen. Denn unsere Erfahrungen sind zunächst einmal neutral: einfach Erfahrungen. Erst durch die Bewertungen, die wir diesen Erfahrungen geben, beginnen wir, sie in „gut“ und „schlecht“ zu unterteilen. Meist passiert das schon, wenn wir noch sehr klein sind und alles glauben, was uns unsere Eltern, Großeltern, Lehrer und andere wichtige Bezugspersonen sagen.


Ein Kind, das gerade auf die Welt gekommen ist, kannst du dir vorstellen wie eine leere Leinwand. Von den Erfahrungen im Mutterleib einmal abgesehen hat dieses Kind (zumindest kognitiv) noch nichts erlebt, es weiß nichts über „wahr“ und „falsch“ oder „möglich“ und „unmöglich“. Du kannst das wunderbar beobachten, wenn kleine Kinder spielen: Magie, Fliegenkönnen, Drachen oder auch die vollkommen sicher erscheinende Karriere als Fußballstar – diese Dinge sind für sie ebenso real wie Bäume, Häuser oder Haustiere. Kinder haben noch keine Bewertung dazu, was möglich ist und was nicht. Sie kennen ihre Träume, leben diese völlig bewusst und können sich damit vollständig identifizieren.


Erwachsene hingegen schon. Aus Angst, ihr Kind könnte enttäuscht werden, sagen sie dann Dinge wie: „Aber sei nicht traurig, wenn es nicht klappt!“ oder „Das ist ein schöner Traum, aber du solltest auch eine sichere Alternative haben.“ Dabei ist es mir wichtig zu betonen: Die Menschen, von denen du deine Glaubenssätze übernommen hast, meinten es meist gut mit dir. Sie möchten dir schmerzhafte Erfahrungen ersparen, dich schützen und dir ein sicheres Leben ermöglichen. Du darfst also ihnen gegenüber Milde walten lassen: Gib ihnen nicht die Schuld für das, was sie dir gesagt haben, sondern sei mitfühlend und erkenne, dass sie nur Gutes für dich wollten.

So wird deine Energie frei für andere Dinge – zum Beispiel dafür, diese Glaubenssätze zu erkennen, damit du selbst entscheiden kannst, welche davon noch für dein Leben gelten sollen und welche du vielleicht ersetzen willst.


Wie Glaubenssätze entstehen, auch wenn niemand etwas sagt


Manchmal wirst du auch Glaubenssätze erkennen, die du nie „bewusst“ so gehört hast. Vielleicht hat dir nie jemand gesagt, dass du niemals deinen Traumjob finden wirst – aber dein Vater hat selbst felsenfest geglaubt, dass es für ihn selbst nicht möglich ist. Oder deine Mutter hat dir ihre Vorstellung davon vorgelebt, wie eine Frau, Mutter oder Partnerin zu sein hat. Aufgrund ihrer eigenen Überzeugungen haben deine Eltern für dich Kita und Schule ausgesucht und vielleicht auch deine Berufswahl, deinen Blick auf Beziehung und Familie geprägt.


Gerade in unseren ersten sieben Lebensjahren nehmen wir so viel wahr: Ereignisse, Bilder, Geräusche, Gerüche, Gefühle, Geschmäcker, auch Stimmungen auf ganz feinstofflicher Basis. Wir spüren, ungefiltert und unreflektiert, wann Menschen glücklich sind und wann nicht. Und wenn die Lehrerin zu uns sagt: „Mathe ist nicht so deins“ – dann glauben wir das wie ein Gesetz. Das ist natürlich völlig absurd, doch oft erkennen wir solche Glaubenssätze erst sehr viel später im Leben.


Mit der Zeit bedecken diese Prägungen und Überzeugungen deinen wahren Kern immer mehr. Vielleicht spürst du, dass die Fäden, die sich um dich ziehen, immer enger werden. Du fühlst dich eingeschnürt, kannst nicht mehr atmen – wie bei einem Wollknäuel, das man zu fest zugezogen hat. Als Erwachsene darfst du jetzt selbst beginnen, dich wieder zu ent-wickeln. Das muss nicht von heute auf morgen geschehen, und manchmal wirst du auch auf Knoten stoßen, die schwieriger zu lösen sind. Gerade ein solcher Knoten löst manchmal aber auch sehr viel auf einmal, und du fühlst dich freier und wieder mehr bei dir.




Unsere Kultur prägt uns ebenfalls. Menschen aus anderen Kulturkreisen wachsen mit anderen Werten und Rollenbildern auf, aber auch jede Gruppe – die Schulklasse, die Arbeitsgruppe, Männer oder Frauen, der Schachclub – haben jeweils ihre eigene Kultur, in der bestimmte Regeln als gesetzt gelten. Wir übernehmen deren Bewertungen, richten uns nach Vorbildern und leben nach ähnlichen Glaubenssätzen. Dadurch entsteht auch eine gewisse uns zunächst Halt gebende Zugehörigkeit.


Warum es so wichtig ist, dass wir unsere Glaubenssätze erkennen


Die Herausforderung darin, solche inneren Glaubenssätze zu erkennen, ist folgende: Wir bekommen sie immer wieder bestätigt. Du möchtest ein bestimmtes Auto kaufen? Plötzlich siehst du überall auf der Straße nur noch genau dieses Auto. Ähnlich funktioniert unser Glaubenssystem: Wenn du von dir selbst glaubst, du seist ungeschickt, dann wirst du jede Situation intensiv bemerken, in der dir ein Missgeschick passiert – auch wenn das vielleicht gar nicht häufiger vorkommt als bei jedem anderen auch.

Diese „Brille“ abzusetzen, durch die wir uns selbst und unser selbst erschaffenes Leben sehen, ist für unsere Selbstermächtigung unabdingbar und gleichzeitig auch nicht so einfach. Denn Glaubenssätze sind immer mit emotionalen Reaktionen verbunden, und die sind meist nicht angenehm. Dazu kommt, dass manche Glaubenssätze miteinander verbunden sind und ganze Glaubenssysteme bilden. Ein Satz wie „Das geht sowieso nicht“ hat zum Beispiel viel zu tun mit „Ich werde das nie erreichen“ – diese Glaubenssätze verstärken sich untereinander. Andererseits kannst du bisweilen auch einen solchen Knoten (wie im Wollknäuel) lösen und somit eine ganze Kaskade an positiver Veränderung bewirken.


Diese Gefühle und dahinterliegenden Glaubenssätze kommen zum Beispiel häufig vor: