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Schwellenzeit – Warum der Januar nicht die richtige Zeit für Neuanfänge ist



Die Magie zwischen den Jahren – und warum sie im Januar weiterwirkt

In der Zeit zwischen den Jahren werden wir unweigerlich mit der Frage konfrontiert, was in unserem Leben noch trägt und was nicht mehr. Denn wenn das Außen ruhiger wird, Projekte abgeschlossen werden und Routinen ihre gewohnte Geschwindigkeit verlieren, gleichen auch wir uns ganz natürlich an diesen Rhythmus an. Wir werden offen für das, was sich in uns regt. Hier entsteht ein Raum, in dem wir hören, was sonst überlagert ist. Und gleichzeitig werden wir sensibel für körperliche Zustände, die uns schon lange wie ein Nebengeräusch begleitet haben: Müdigkeit fühlt sich dann wie ein Hinweis an. Spannungen werden deutlicher. Und innere Unruhe zeigt immer schneller, wenn etwas nicht mehr zu uns gehört.

Ich persönlich habe oft das Gefühl, dass der Jahreswechsel wie eine kollektive Schwelle wirkt. Auch wenn ich weiß, dass ein Kalenderdatum nichts per se verändert, spüre ich intuitiv, dass ein Übergang bevorsteht. In dieser Atmosphäre beginnen wir unbewusst Bilanz zu ziehen. Wir fragen uns, was uns genährt hat, was uns erschöpft hat, was wir vermisst haben und welche Stimmen in uns leiser oder lauter geworden sind. Diese Fragen tauchen selten als Gedanken auf. Sie treten eher in Form von Empfindungen hervor, von kleinen Momenten, in denen etwas in uns aufhorcht. Manchmal ist es ein klares „so nicht mehr“, manchmal ein leises „da zieht es mich hin“. Genau darin liegt der Beweggrund dieser Zeit: Wir stehen zwischen dem, was wir kennen, und dem, was wir noch nicht greifen können. Eine Schwellenzeit. Was dabei oft übersehen wird: Diese innere Schwelle endet nicht mit dem 31. Dezember. Der Januar ist kein Neubeginn im verklärten „new year – new me“-Sinne, sondern Teil desselben leisen Übergangs. Die Natur zieht sich weiter zurück, Kräfte sammeln sich unter der Oberfläche, Wachstum ist noch nicht sichtbar. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich der verbreitete Ruf nach Neuanfang, Optimierung und großen Vorsätzen für viele Frauen im Januar so unpassend anfühlt. Vielleicht geht es dir ähnlich!?


Wenn die alte Form brüchig wird

Viele Veränderungen kündigen sich nicht durch große Entscheidungen an, sondern durch feine innere Verschiebungen: Eine gewohnter Ablauf fühlt sich schwerer an als sonst. Eine Rolle, die lange selbstverständlich war, beginnt zu drücken. Beziehungen, die uns bisher getragen haben, fühlen sich plötzlich enger, flacher oder unruhiger an. Manchmal ist es auch nur ein unbestimmtes Gefühl, dass wir uns selbst irgendwo auf dem Weg verloren haben. In solchen Momenten wird sichtbar, dass die alte Form nicht mehr alle Teile unseres Lebens halten kann. Und ich möchte dich beruhigen: Das ist ein ganz natürlicher Prozess innerer Entwicklung!



Der Körper ist in dieser Phase ein präziser Hinweisgeber. Er zeigt oft früher als der Verstand, wo wir uns selbst verlassen. Ein Druck auf dem Brustkorb, wenn wir an etwas Kommendes denken. Enge im Hals, wenn wir eigene Bedürfnisse zurückhalten. Müdigkeit, die nicht durch Schlaf erklärbar ist, sondern durch ständiges Anpassen. Ebenso zeigt der Körper, wo etwas stimmig ist: ein ruhiger Atem, ein Gefühl von Weite im Brustkorb, eine innere Aufrichtung. Diese Signale sind wichtige Orientierungspunkte – wie kleine Nordsterne, die anzeigen, wo sich das Leben weiter öffnen möchte. Diese Bewegungen sind prozessual und individuell. Und so folgt auch der Winter keinem linearen Fortschritt. Er fordert kein Tempo, keine Zieldefinition und keine Selbstoptimierung, sondern Rückzug und Sammlung. Und dennoch erwarten wir von uns selbst gerade im Januar oft das Gegenteil: Klarheit, Energie, neue Routinen. Für viele Frauen entsteht hier ein innerer Widerspruch – zwischen dem natürlichen Bedürfnis nach Rückzug und der äußeren Erwartung, jetzt „neu“ zu starten. Gerade hier stellt sich eine leise, aber zentrale Frage: Wie orientieren wir uns, wenn alte Markierungen nicht mehr greifen und neue noch nicht sichtbar sind? Wenn es keine klaren nächsten Schritte gibt, sondern nur ein gleichzeitiges Gefühl von Unsicherheit und Offenheit?


Die unmarkierte Landschaft: Wenn Orientierung von innen kommt

Genau diese innere Erfahrung hat mir eine Skitour vor Augen geführt, die ich hier teilen möchte. Die Landschaft war unberührt, der Schnee gleichmäßig und weit. Es herrschte dichter Nebel. Es gab kein Zeichen, das mir verlässlich sagen konnte, wohin ich gehen sollte. Keine markierten Wege. Keine sichtbare Struktur. Stattdessen passierte etwas anderes: Mein Atem zeigte mir das richtige Tempo. Ich spürte, wann ein Hang stabil war und wann Vorsicht angebracht war. Ich musste vertrauen. 

Heute weiß ich, das nennt man Intuition. Herzwissen. Jede Schwellenzeit hat diese Qualität inne: Eine Phase, in der man sich nicht (mehr) auf äußere Hinweise verlassen kann, sondern der eigenen inneren Wahrnehmung lauschen darf. Wichtig zu verstehen ist: Intuition zeigt nie die ganze Route. Sie zeigt nur den nächsten Schritt. Sie lässt uns unserem Nordstern folgen. Und sobald man sich auf diesen Prozess einlässt, entsteht ein Vertrauen, das nicht aus Kontrolle, sondern aus Präsenz erwächst. Je länger ich unterwegs war, desto deutlicher verstand ich: Das Erkennen kommt nicht plötzlich. Es wächst in Bewegung.


Was Intuition in Übergängen wirklich bedeutet

In Übergangszeiten zeigt sich unser Herzwissen oft deutlicher. Das liegt nicht daran, dass unser Inneres lauter wird, sondern daran, dass der äußere Lärm leiser wird und an Geschwindigkeit verliert. Intuition zeigt sich selten in großen Momenten, sondern eher in Wiederholungen: ein Satz, der sich immer wieder meldet; eine Erinnerung, die plötzlich Bedeutung gewinnt; ein Gefühl, das auch dann nicht verschwindet, wenn man es ignoriert. Vielleicht hast auch du solche Zeichen schon einmal wahrgenommen. In meinem Workbook Zurück zu mir! spreche ich davon, dass Intuition ein Zusammenspiel aus Erfahrung, Erinnerung und Körperweisheit ist. Sie ist keine Eingebung, die uns Entscheidungen abnimmt. Sie ist eine Orientierung, die uns in Beziehung zu dem bringt, was für uns wahr ist.



Erkennen bedeutet in diesem Sinne vor allem: Wahrnehmung. Erst kommt eine Empfindung. Dann ein innerer Satz. Irgendwann entsteht eine Richtung. Wir merken: Hier zieht es mich hin. Oder: Hier stimmt etwas nicht (mehr). Diese Momente sind oft unspektakulär, aber sie markieren Wendepunkte. Sie geben uns eine erste Form dessen, was sich in uns verändern will.


Ein guter Vorsatz – Wie du dich in der Schwellenzeit orientieren kannst

Schwellenzeiten sind anspruchsvoll, weil sie uns aus vertrauten Strukturen lösen, ohne dass das Neue schon sichtbar ist. Orientierung entsteht in solchen Phasen nicht durch Kontrolle, sondern durch die liebevolle Begegnung mit uns selbst. Gerade im Januar, wenn überall neue Ziele ausgerufen werden, können die nachstehenden Fragen und Impulse helfen, dem eigenen Rhythmus treu zu bleiben – ohne vorschnell Entscheidungen zu treffen, für die innerlich noch keine Reife da ist:


💫 Achte auf Wiederholungen. Die Sätze oder Gedanken, die sich immer wieder zeigen, weisen auf ein Thema hin, das Aufmerksamkeit braucht.


💫 Beobachte deinen Körper. Er reagiert sensibler als der Verstand. Wo wird er ruhig? Wo protestiert er? Wo zieht er sich zurück?


💫 Arbeite mit Fragen, nicht mit Entscheidungen. Eine der wirksamsten Fragen in Übergangszeiten lautet: „Was möchtest du, dass ich heute weiß?“ Sie öffnet einen Raum für Klarheit, ohne dich zu etwas zu drängen.


💫 Geh nur den nächsten Schritt. Übergänge verlangen keine großen Schritte. Es reicht, den Tritt zu finden, der jetzt tragfähig ist.


💫 Erlaube dir, langsam zu sein. Schwellenzeiten haben ihr eigenes Tempo. Wenn du diesem folgst, wirst du klarer sehen.


Was sich hinter der Schwelle zeigt

Wenn Menschen durch Schwellenzeiten gehen, gibt es meist einen Moment, an dem sich etwas bündelt. Ein Gedanke, der lange vage war, gewinnt Kontur. Ein Bedürfnis, das leise war, wird deutlich. Eine Grenze, die still überschritten wurde, wird wahrnehmbar. Das Neue zeigt sich zuerst als Haltung, nicht als Handlung. Es ist der Moment, in dem du merkst: Ich möchte anders leben. Ich brauche andere Gespräche. Ich will mich wieder spüren. Ich möchte nicht so weitermachen wie bisher. Dieser Moment ist der Beginn eines inneren Aufbruchs.

Viele glauben, dass sie solche Übergänge allein bewältigen müssten. Doch gerade diese Phasen profitieren von Verbindung und werden davon bereichert, dass jemand mit dir schaut. Jemand, der die feinen Signale mit dir sortiert. Jemand, der dich dabei begleitet, die Regungen ernst zu nehmen, die sich bisher kaum zeigen durften. Es geht nicht darum, Entscheidungen abzugeben. Es geht darum, einen Raum zu halten, in dem du klarer wirst. Manchmal ist ein einziges Gespräch genug, um aus einer Ahnung eine klare Richtung werden zu lassen.


Wenn du spürst, dass du dich in einer Schwellenzeit befindest – vielleicht gerade jetzt im Winter oder zu Beginn des neuen Jahres – darfst du dieser inneren Bewegung vertrauen. Sie ist kein Zeichen von Instabilität, sondern von Entwicklung. Und wenn du dir Unterstützung wünschst, begleite ich dich gern ein Stück auf diesem Weg.



 
 
 

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